Text Performances and Cultural Transfer / Textperformances und Kulturtransfer

AGNETTA, Marco & CERCEL, Larisa (eds. / Hrsg.)

15.0080.00

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As is well known, a text is a speech act, namely the realisation and initiation of linguistic potentialities. Although a text can be described as an independent entity, it only becomes effective in concrete situations of use. One and the same linguistic product can form the basis of different communicative events. Every text can be understood as part of a performance that has a unique and unrepeatable character thanks to its connection to the presentation and reception situation: a text is read (aloud), staged, declaimed or solemnly spoken, sung, etc. in different ways. Every text reception is also a unique event that is affected by a wide variety of variables. In this regard, the eminently hermeneutic activity of the translator can also be understood as an intercultural performance in which the role of the source text recipient and the role of the target text recipient converge. This leads to a language product that shows clear traces of this individual performance. Different translators, that is to say, perform in different ways. This volume aims to show that assessing the performative change of perspective, a matter which is gradually gaining importance in textual studies as well as in translation studies, opens up an area in which different disciplines can enter into conversation.

Ein Text ist bekanntlich ein parole-Akt, d. h. eine Realisierung sprachlicher Potentialitäten. Er lässt sich zwar als eigenständige Entität beschreiben, wirksam wird er allerdings erst in konkreten Gebrauchssituationen. Ein und dasselbe Sprachprodukt kann Grundlage unterschiedlicher kommunikativer Ereignisse darstellen. Jeder Text kann als Teil einer Performance begriffen werden, die in ihrer Bindung zur Präsentations- und Rezeptionssituation einen einmaligen und unwiederholbaren Charakter aufweist: Ein Text wird unterschiedlich (vor-)gelesen, in Szene gesetzt, deklamiert oder feierlich gesprochen, gesungen etc. Auch jede Textrezeption ist ein einmaliges Ereignis, das von unterschiedlichsten Variablen affiziert wird. Schließlich kann auch die eminent hermeneutische Tätigkeit des Übersetzers als interkulturelle Performance aufgefasst werden, in der die Rolle des Ausganstextrezipienten und die Rolle des Zieltextrezipienten konvergieren. Sie führt zu einem Sprachprodukt, das deutliche Spuren dieser individuellen Performance aufweist. Unterschiedliche Übersetzer performen in jeweils unterschiedlicher Weise. Der Band möchte aufzeigen, dass der performative Perspektivenwechsel, der in den Textwissenschaften sowie in der Übersetzungswissenschaft allmählich an Bedeutung gewinnt, ein Gebiet eröffnet, in dem unterschiedliche Disziplinen ins Gespräch kommen können.

Table of Contents / Inhaltsverzeichnis

MARCO AGNETTA Zur Translation als Performance mit Texten [OPEN ACCESS]

5 I. Performativität in der Übersetzungswissenschaft

BEATA PIECYCHNA, Translational Hermeneutics Meets Cognitive Science: On the Notion of Performance, Intersubjectivity, and Space in the Translational Process

RADEGUNDIS STOLZE, Perspektive – Textperformanz – Resonanz

DOUGLAS ROBINSON, Friedrich Nietzsche’s Mixed (Peri)Performativities: Wagnerian Nationalism and Emersonian Pragmatism

ALBERTO GIL, Fidélité créatrice als performative Größe und die Beziehung zwischen Hermeneutik und Kreativität in der Translation

BERND STEFANINK, Überlegungen zur hermeneutischen Terminologie und zur Aufgabe des Übersetzers vor dem Hintergrund der Performanz

LAVINIA HELLER, Translatorische Treue und philosophische Freiheit. Ein praktisches Beispiel übersetzerischer Performanz

LARISA CERCEL, Die Performanz der translatorischen Wörtlichkeit. Am Beispiel Paul Celans

MARCO AGNETTA, Übersetzung und Bearbeitung als Anamorphose. Zum kreativen Potenzial sprachlicher Um- und Wiederformung

II. Performativität in Religion und Theologie

BRIAN O’KEEFFE (Barnard College, Columbia University) Theological Hermeneutics and Translation. Ernst Fuchs’s “Translation and Proclamation”

CHRISTIAN HILD, „Es sind ja nicht Lesewort, sondern Lebewort drinnen“ (Martin Luther). Ein protestantischer Beitrag zur performanzorientierten Schriftauslegung

JUAN REGO, „Übersetzungsverfahren“. Zum Verhältnis von Ereignis und liturgischer Performanz

CHRISTIAN HILD / JUAN REGO, Ökumenische Performance

III. Performativität in den Künsten

ROBERT DE BROSE, Translating Pindar as Oral Poetry. The Role of a Hermeneutics of Performance

CHRISTIAN KLEES / CHRISTOPH KUGELMEIER, Von der Rezitation auf die Bühne. Ein übersetzungs- theoretischer Werkstattbericht zu zeitgenössischen deutschen Theaterversionen von Senecas Tragödien

JOHANNES KANDLER, Mäandernde Semantiken. Der Ludus Danielis als intermediales Übersetzungsmodell?

MICHAEL SEIBEL / GEORGIOS P. TSOMIS, Ansätze einer Phänomenologie der Performativität von (Musik-) Theatertexten am Beispiel der Übertragung des Singspiels „Die Entführung aus dem Serail“ von W. A. Mozart ins Griechische

JASMIN PFEIFFER, Lektüre und Performativität. Materialitäten fiktionaler Texte zwischen Semantik und Sinnlichkeit

ISBN: 978-606-697-150-8 (paperback)
ISBN: 978-606-697-151-5 (electronic)

Weight0.521 kg
Dimensions21 × 14.8 × 3 cm
Publication Year

2021

Language(s)

English, German

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No of pages

380

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